Die Idee

Zuerst war die Faszination da. Ein Gefühl, dass durch diesen Landstrich ein Zauber wabert, der unentrinnbar fesseln kann, wenn man sich darauf einlässt. Darüber wollte ich schreiben. Ich bin ja Autorin … aber schreiben reichte mir da nicht mehr …

Wer hier jemals im Dämmer einsam seine Schritte durch Nebel und Moor gesetzt hat, den Blick in verborgene Tümpel gewagt und die erdige Feuchte der weißen Schwaden eingeatmet hat – der liest die alten Sagen, die sich um dieses Land ranken, mit besonderer Empfindsamkeit.

Wie erst mussten unsere Vorfahren diese Momente empfunden haben, zu einer Zeit, in der es nicht für alles eine rationale Erklärung gab?

Es ist da – das Mystische, nach wie vor – in allem, auch dem scheinbar Alltäglichen. Man muss seinen Geist nur freilassen und auf Entdeckungsreise schicken.

Die Faszination gebar die Idee, diese Empfindungen und Momente festzuhalten, in Worte zu kleiden und in Bilder zu bannen, bevor sie weiterziehen. Eine Reihe von Texten und Bildern sollten in meinen Arbeitsräumen entstehen. Aber „Mystisches Münsterland“ wäre ein einseitiges Erlebnis für den Betrachter und Leser geworden, hätte ich wirklich alles allein gestaltet. Wie parteiisch wäre das Ergebnis von Bild und Text gewesen! Und für die Bilder – ich gebe es zu -hätte ich als Hobbymalerin sehr lange gebraucht.

Als Mitglied der Rekener Farbmühle e.V. lag also nichts näher, als zunächst die Idee für die Bilder an einige Malerinnen weiterzugeben. Doch die Idee ergriff die Künstlerinnen genau wie mich, wie ein langsam schwelender  unaufhaltsamer Brand! Ich bin wahrhaftig nicht die Einzige, die vom Münsterland faziniert ist. Gerade diejenigen, die hier geboren wurden oder schon vor langer Zeit hierher gezogen waren, wussten von Orten und Geschichten zu erzählen und von lange gehegten Ideen zu berichten.

Nicht nur die Malerinnen und Fotografinnen der Rekener Farbmühle, auch meine Mit-Autorinnen von LitVier zog „Mystisches Münsterland“ unaufhaltsam in ein spannendes Gemeinschaftsprojekt, an dem insgesamt 19 Künstlerinnen teilnehmen. Gerade das Vorhaben, Literatur und bildliche Darstellung zu verschmelzen, ohne die eigene Interpretation des Kunstobjektes zu vernachlässigen, reizt uns alle ganz besonders. Und das ist neben der Mystik das Besondere an diesem Projekt.

19 Künstlerinnen arbeiten nun an 50 Gemeinschaftsprojekten. Alleine wäre ich zu dieser Größe nie gelangt. Dafür danke ich allen Mitstreiterinnen!

Heike Vullriede, Reken Juni 2013

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